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17.10.2019

Narben - wie sie entstehen und wie man ihnen begegnet

Äußere Narben entstehen normalerweise nach Verletzungen der tieferen Hautschichten. Ein kleiner Schnitt oder eine oberflächliche Platzwunde verletzen oft nur die oberste Hautschicht, die Epidermis. In diesem Fall bildet sich ausgehend von der untersten, sogenannten Basalzellschicht der Epidermis eine neue intakte Hautschicht, welche die Wunde verschließt: Die neu gebildete Haut erfüllt in der Regel die gleichen Funktionen wie die Umgebungshaut und sieht nach einigen Wochen auch genauso aus.

Anders bei einer Verletzung, die bis in die Lederhaut – die mittlere Hautschicht – reicht: Hier bleibt Narbengewebe zurück, das aus ungeschmeidigen Kollagenfasern besteht. Bei der Narbenbildung gilt für den Körper Schutz vor Schönheit – denn ist die Haut verletzt, können Krankheitserreger leicht eindringen. Kein Wunder also, dass die körpereigene Abwehr versucht, jede Verletzung schnellstmöglich zu schließen.

Im Gegensatz zur unverletzten Haut kann das Narbengewebe als Hautersatz zweiter Wahl bezeichnet werden. Denn anders als in der gesunden Haut mit elastisch verkreuzten Fasern liegen im Narbengewebe die Kollagenfasern parallel, was eine mangelnde Elastizität zur Folge hat. Außerdem fehlen der Narbe wesentliche Bestandteile der gesunden Haut wie Haare, Schweiß- und Talgdrüsen sowie die für die Pigmentbildung zuständigen Melanozyten. Zudem verfügt neu gebildetes Narbengewebe nicht über die Fähigkeit, sich selbst ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen beziehungsweise diese zu speichern.

Welche Narbe sich bildet und wie unauffällig sie wieder verheilt, hängt neben der Art der Verletzung noch von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel:

  • der Schwere der Verletzung: Ausmaß des Gewebeverlustes und Tiefe der Wunde.
  • dem Alter des Patienten: Im Alter heilen Wunden meist schlechter als in jüngeren Jahren.
  • dem Ort der Verletzung: Besonders gefährdet für eine unschöne Narbenbildung sind Brust und Schulter.
  • der Wundhygiene: Wundinfektionen bilden eine größere Gefahr für eine unschöne Narbenbildung.
  • der persönlichen Veranlagung: Keloide sind häufig genetisch bedingt.
  • dem Hauttyp des Patienten: Dunkelhäutige Hauttypen haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Keloiden.

Wenn tiefere Hautschichten verletzt sind, ist es unmöglich, Narben zu verhindern. Jedoch lässt sich die Auffälligkeit der Narben reduzieren – besonders in den frühen Phasen der Heilung.

Tipps, um die Narbenbildung positiv zu beeinflussen:

  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder verwenden Sie Sonnenschutzmittel beziehungsweise decken Sie die Narbe sorgfältig ab.
  • Verwenden Sie spezielle Narbenprodukte zur Vorbeugung und Behandlung von Narben, zum Beispiel Silikongele.
  • Vermeiden Sie scheuernde, raue Kleidung oder Schmuck.
  • Umgehen Sie eine Zug- oder Dehnungsbelastung der Wunde. Besonders dann, wenn die Verletzung über einem Gelenk liegt.
  • Halten Sie die Narbe unter Beobachtung: Wächst das Narbengewebe unverhältnismäßig schnell, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
  • Massagen können ein effektiver Teil der Narbenbehandlung sein. Die sanften Bewegungen fördern die Durchblutung. Außerdem trägt die Massage dazu bei, die Kollagenfasern zu brechen, was die Narben weicher und flacher macht. Die Behandlung von Narben durch regelmäßige Massage kann somit die Narbenstruktur deutlich verbessern und diese beweglicher und unauffälliger machen.
  • Bei der Narbenmassage sollten Sie zunächst mit leichtem Druck am Rand der Narbe entlang massieren. Danach sollten Sie quer über die Narbe massieren. Sie können auch Hilfsmaterialien für die Narbenmassage verwenden, wie etwa einen Massageroller oder Narben-Gel.

>> weitere Informationen zur Narbenkorrektur

Narbe am Bein
 





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